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!!!Einbau Stadtplan mit mouse-over Beschreibungen!!!

1  Das vorübergehend als Munitionsdepot dienende Schulgebäude wird gestürmt und geplündert.

 

2  Die Demonstranten teilen sich in mehrere Marschsäulen, stürmen Kasernen und bewaffnen sich.

 

3  Kurt Eisners Standort bei seiner Ansprache am 7. November 1918.

 

4  Im größten Bierkeller Münchens wird der erste Münchner Soldaten- und Matrosenrat gegründet. In den späten Abendstunden ruft eine von Eisner geleitete Versammlung einen Arbeiterrat ins Leben. Eisner wird Erster Vorsitzender.

 

  1.   Gegen 23.00 Uhr proklamiert Eisner die Republik Bayern.

 

6  Die Gegenwehr der Wachen brechen die Demonstranten unter Einsatz von Tränengas.

Ausbruch der Revolution in München

Hunger, Kriegsmüdigkeit und die Sehnsucht nach Frieden kennzeichneten die Lage in Deutschland im Jahr 1918. Der Erste Weltkrieg hatte 1914 in der Erwartung eines raschen Sieges begonnen. Er entwickelte sich jedoch zu einer Materialschlacht, die sich im Alltag der Menschen durch Gefallenenlisten und Rationierung niederschlug. Bereits 1915 war die Antikriegsstimmung in Bayern spürbar. Anfangs wurde sie allerdings nur auf Preußen und Berlin projiziert, da Bayern für die Bevölkerung vor allem ein Handlanger zur Durchsetzung der Interessen Preußens und des Deutschen Reichs war. Das Verhalten König Ludwig III., sich mit Durchhalteparolen an das Volk zu richten anstatt für ein Ende des Krieges einzutreten, hatte eine Autoritätskrise der Monarchie zur Folge. Dass es ihr nicht mehr gelang der Bevölkerung die Notwendigkeit der Kriegslasten und Entbehrungen zu vermitteln, führte letztendlich zum Ausbruch der Revolution in Bayern.

Monarchie und Regierung hatten das Vertrauen der Bevölkerung immer mehr verloren. Die Belastungen durch Hunger, Not und Krieg waren groß, eilige Reformen brachten keine Abhilfe. Not und Elend des Krieges hatten die Stimmung in der Bevölkerung zunehmend verschlechtert. Die Friedensdemonstration am 7. November 1918 in München war der Beginn des Umsturzes. MSPD und USPD hatten die Demonstration auf der Theresienwiese organisiert. Die meisten Teilnehmer zogen weiter zum Friedensengel, eine kleinere Gruppe um Kurt Eisner zog zu den Kasernen, wo ihr kein nennenswerter Widerstand entgegengebracht wurde. Im Mathäserbräu wurden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. Nach der Besetzung des Landtagsgebäudes um 10 Uhr abends rief Kurt Eisner vor den Räten die Republik aus. In Folge dessen floh Ludwig III. noch in derselben Nacht mit Königin Therese nach Salzburg und das Kabinett trat zurück.

Regierungsbildung

Am 8. November 1918 wurde eine neue Koalitionsregierung der Parteien USPD und MSPD gebildet. In dieser übernahm Kurt Eisner das Amt des Außenministers und Vorsitzenden des Ministerrats. Er selbst, seine Zeitgenossen und die Geschichtsschreibung bezeichneten ihn als bayerischen „Ministerpräsidenten“. Eisners Stellvertreter, der MSPD-Landesvorsitzende Erhard Auer, wurde Innenminister, während die Beamten weitgehend auf ihren Posten verblieben.

Aufgaben des Kabinetts bildeten neben der Demobilisierung der Truppen, sowie der Umstellung von der Kriegs- auf die Friedensproduktion, die akuten Probleme der Hungers- und Wohnungsnot. Obwohl sich die Regierung unter anderem Themen wie dem Achtstundentag oder der Aufhebung der geistlichen Schulaufsicht annahm, scheiterte sie letztendlich am mangelnden Rückhalt in weiten Kreisen der Bevölkerung. Bis zu den ersten Landtagswahlen im Februar 1919 hatte sich die Gesellschaft fortschreitend polarisiert. Auf der einen Seite vereinnahmte die KPD die linken Räte, auf der anderen Seite sah sich Kurt Eisner mit Angriffen der Konservativen in der Presse konfrontiert. Die verschiedenen Faktoren führten letztendlich zu einem Sieg der Konservativen und einer verheerenden Wahlniederlager Eisners bei den Landtagswahlen 1919.