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Hunger, Kriegsmüdigkeit und die Sehnsucht nach Frieden kennzeichneten die Lage in Deutschland im Jahr 1918. Die Monarchie geriet in eine tiefe Autoritätskrise: Es gelang ihr nicht mehr, der Bevölkerung die Notwendigkeit der Kriegslasten und Entbehrungen zu vermitteln. Der Erste Weltkrieg hatte in der Erwartung eines raschen Sieges begonnen. Dies erwies sich bald als Fehleinschätzung. Der Krieg entwickelte sich zu einer Materialschlacht, den Alltag daheim prägten Gefallenenlisten und Rationierung. Im Lauf des Krieges verstärkte sich die Krise der Monarchie. Bereits 1915 war die Antikriegsstimmung in Bayern spürbar. Anfangs wurde sie allerdings nur auf Preußen und Berlin projiziert. Für die Bevölkerung war Bayern vor allem ein Handlanger für die Interessen Preußens und des Deutschen Reichs. Doch König Ludwig III. wandte sich mit Durchhalteparolen an sein Volk, anstatt für ein Ende des Krieges einzutreten.

Ausbruch der Revolution

Am Abend des 7. November 1918 brach in München die Revolution aus. Hauptbeteiligte waren Kurt Eisner und seine Anhänger. Eisner wurde Vorsitzender des Ministerrats. In der Landtagswahl im Januar erlitt Kurt Eisner mit der USPD eine empfindliche Niederlage. Auf dem Weg in den Landtag zur Bekanntgabe seines Rücktritts wurde Eisner am 21. Februar 1919 von dem Offizier Anton Graf Arco auf Valley auf offener Straße erschossen.

Monarchie und Regierung hatten das Vertrauen der Bevölkerung immer mehr verloren. Die Belastungen durch Hunger, Not und Krieg waren groß, eilige Reformen brachten keine Abhilfe. Kurt Eisner leitete den Umsturz in Bayern mit einer Demonstration auf der Münchner Theresienwiese ein. Es gelang ihm, ein Eingreifen des Militärs zu verhindern. In den Kasernen wurde ihm kein Widerstand entgegengebracht. König Ludwig III. floh mit Königin Therese nach Salzburg, das Kabinett trat zurück. Die Regierungsmacht ging an die Revolutionäre. USPD und MSPD bildeten eine provisorische Regierung mit Kurt Eisner als Ministerpräsident.

Doch auch das neue Kabinett konnte die Probleme nicht lösen. Bis zu den ersten Landtagswahlen im Februar 1919 hatte sich die Gesellschaft polarisiert. Die linken Räte wurden von der KPD vereinnahmt. Die Konservativen griffen Eisner in der Presse an. Die Landtagswahl endete mit dem Sieg der Konservativen.

Ausbruch der Revolution 2

Vom 7. auf den 8. November 1918 brach in München die Revolution aus. Kurt Eisner und seine Anhänger fanden Rückhalt in der Bevölkerung, aber auch bei den Soldaten in den Kasernen. Regierung und König standen dem Umsturz machtlos gegenüber. Ludwig III. verließ München noch in der Nacht des 7. / 8. November.

Not und Elend des Krieges hatten die Stimmung in der Bevölkerung zunehmend verschlechtert. Die Friedensdemonstration am 7. November 1918 in München war der Beginn des Umsturzes. MSPD und USPD hatten die Demonstration auf der Theresienwiese organisiert. Die meisten Teilnehmer zogen weiter zum Friedensengel, eine kleinere Gruppe um Kurt Eisner zog zu den Kasernen, wo ihr kein nennenswerter Widerstand entgegengebracht wurde. Im Mathäserbräu wurden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet. Nach der Besetzung des Landtagsgebäudes um 10 Uhr abends rief Kurt Eisner vor den Räten die Republik aus.

Regierungsbildung

Am 8. November 1918 wurde eine neue Regierung gebildet. USPD und MSPD gingen eine Koalition ein. Die Regierung packte wichtige politische Probleme an,

wie Achtstundentag oder Aufhebung der geistlichen Schulaufsicht. Sie scheiterte aber letztlich am mangelnden Rückhalt in weiten Kreisen der Bevölkerung.

Kurt Eisner übernahm das Amt des Außenministers und Vorsitzenden des Ministerrats. Er selbst, seine Zeitgenossen und die Geschichtsschreibung bezeichneten ihn als bayerischen „Ministerpräsidenten“. Innenminister und Eisners Stellvertreter wurde der MSPD-Landesvorsitzende Erhard Auer. Die Beamten blieben weitgehend auf ihren Posten.

Das Kabinett musste die Demobilisierung der Truppen regeln, ebenso die Umstellung von Kriegs- auf Friedensproduktion. Wohnungsnot und Hunger waren drängende Probleme. Doch Maßnahmen der Regierung zur Linderung der Probleme hatten wenig Erfolg.

König Ludwig III.

König Ludwig III. von Bayern, der 1845 in München geborene älteste Sohn des Prinzregenten Luitpold, folgte seinem Vater am 12. Dezember 1912 nach, als nominell noch Otto I., der geisteskranke Bruder König Ludwigs II., König war. Aufgrund einer von seinen Ministern initiierten Verfassungsänderung wurde er am 8. November 1913 zum König von Bayern ausgerufen, also noch zu Lebzeiten Ottos. Dies wurde ihm von Kritikern als Thronraub ausgelegt.

Ludwig III. pflegte einen bürgernahen Lebensstil, die in zahlreichen Karikaturen dokumentierte Leidenschaft des „Milli-Bauern“ gehörte der Landwirtschaft. Vom Ersten Weltkrieg erhoffte er sich eine territoriale Ausweitung nicht nur Deutschlands, sondern auch Bayerns, um einer preußischen Dominanz etwas entgegenhalten zu können. Bei Ausbruch der Revolution in München floh das Königspaar nach Salzburg, wo es in Schloss Anif Aufnahme fand.

Ludwig III. war der erste deutsche Monarch, der durch die Revolution gestürzt wurde. Am 13. November 1918 entband er Beamte, Offiziere und Soldaten von ihrem Treueid – die 738 Jahre währende Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern hatte damit ein Ende gefunden. Ludwig III. zog sich auf seine Güter in Ungarn zurück und kehrte, als dort die Revolution ausbrach, nach Bayern zurück. Er starb am 18. Oktober 1921 auf seinem Gut Savár in Ungarn.

Kurt Eisner

Obgleich bis heute die wohl bekannteste Persönlichkeit der Revolution in München, stammte Kurt Eisner nicht aus Bayern. 1867 in Berlin als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren, ging er mit Mitte 20 als Journalist nach Marburg. Von 1898 bis 1905 war Eisner Redakteur beim „Vorwärts“, nach seiner Entlassung arbeitete er in Nürnberg bei der „Fränkischen Tagespost“, bevor er 1910 als freier Schriftsteller nach München ging. Seit 1898 Sozialdemokrat, beteiligte sich Kurt Eisner 1917 maßgeblich an der Gründung und dem Aufbau einer USPD-Ortsgruppe in München. Im Januar 1918 zählte er zu den Anführern des Rüstungsarbeiterstreiks in München und wurde für einige Zeit inhaftiert.

Eisner führte die Revolution im November 1918 an. Aber der erste Ministerpräsident stieß in der bayerischen Bevölkerung auf keine große Zustimmung. Nach seiner deutlichen Niederlage bei den Landtagswahlen zu Beginn des Jahres 1919 machte er sich am 21. Februar auf den Weg in den Landtag, um seinen Rücktritt bekannt zu geben. Kurz vor Erreichen des Landtagsgebäudes wurde Kurt Eisner in der Prannerstraße von dem Offizier Anton Graf Arco auf Valley erschossen. Der Trauerzug am 26. Februar, dem eine unübersehbare Menschenmenge folgte, wurde zur Demonstration für den ermordeten Ministerpräsidenten.