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Objekte aus dem Depot

Auf dieser Seite präsentieren wir Schätze aus unserem Depot, die zwar nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind, aber dennoch schöne Geschichten zu erzählen haben.

Bauarbeiter-Bekleidung aus der Walhalla

Die Walhalla wurde 1842 von Ludwig I. eröffnet, der mit dem Gebäude bedeutende deutschsprachige Persönlichkeiten ehren wollte. Einen Einblick in die Bauzeit der Walhalla geben ein Hut und zwei Schuhe, die auf dem Dachboden der Walhalla gefunden wurden. Sie dienten vermutlich als Schutzkleidung für die Bauarbeiter. Der Filzhut wurde bei Malerarbeiten getragen, denn Reste von eingetrockneten Farbspritzern sind noch heute erkennbar. Die Schuhe sind sehr groß, so dass die Bauarbeiter sie vermutlich über ihre normalen Schuhe zogen. Diese Überschuhe kamen wahrscheinlich zum Einsatz, als der teure Fußboden der Walhalla bereits verlegt war und geschützt werden musste.

Datierung

1. Hälfe 19. Jahrhundert

Ort

Herstellungsort unbekannt, Fundort Walhalla/Donaustauf

Hersteller

unbekannt

Material

Filzüberschuh 1: Filz, Metall, Blei
Filzüberschuh 2: Filz, Garn
Filzhut: Filz, Farbe

Maße

Filz-Überschuh 1: ca. 10 x 36 x 19 cm
Filz-Überschuh 2: ca. 9 x 36 x 20 cm
Filz-Hut: ca. 12 x 20 x 20 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Porzellanfigur Nymphenburg „Münchner Bürgersfrau“

Die handbemalte Figur stammt aus der renommierten Porzellanmanufaktur Nymphenburg. Sie zeigt eine Münchner Bürgersfrau, die für den Gang zur Kirche ihre kostbare Sonntagstracht mit Mieder, Schultertuch und Bluse trägt. Die Figur ist die erste Trachtenfigur der Porzellanmanufaktur Nymphenburg überhaupt. Sie spiegelt damit eine gesellschaftliche Entwicklung, in deren Folge das Tragen von Tracht sogar in höchsten Kreisen gesellschaftsfähig wurde. Gefördert wurde diese Entwicklung durch die Wittelsbacher Herrscher, allen voran Maximilian II. (reg. 1848-1864), der als erster bayerischer Herrscher selbst Tracht trug.

Datierung

1850

Ort

Herstellungsort München

Hersteller

Porzellanmanufaktur Nymphenburg

Material

Porzellan, Farbe

Maße

ca. 13,5 x 6,5 x 5,5 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Fensterbehang anlässlich der Goldenen Hochzeit König Ludwigs III.

Der Fensterbehang zierte anlässlich der Goldenen Hochzeit König Ludwigs III. und seiner Frau Marie Therese am 20.2.1918 eine Münchner Straße. Das zeigt, dass die Wittelsbacher in der Bevölkerung nach wie vor gewissen Rückhalt hatten – obwohl der Erste Weltkrieg schon fast vier Jahre dauerte und  die Versorgungslage immer schlechter wurde. Was im Februar 1918 noch nicht absehbar war: Die Goldene Hochzeit sollte nach mehr als 700 Jahren Landesherrschaft das letzte große Fest der Wittelsbacher Monarchie in Bayern sein. Wenige Monate nach der Feier rief Kurt Eisner den Freistaat aus. Ludwig III. floh und die Herrschaft der Wittelsbacher brach binnen Tagen zusammen.

Datierung

1918

Ort

unbekannt

Hersteller

unbekannt

Material

Textil

Maße

82 x 106 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte

 

Kaugummiautomat und Spielzeugautomat aus dem Hochwasser 2013

Im Juni 2013 öffnete der Himmel tagelang seine Schleusen. Ein Jahrhunderthochwasser war die Folge, das Niederbayern besonders hart traf. In Passau waren die Pegelstände so hoch wie seit 500 Jahren nicht mehr. Das Hochwasser setzte zahllose Häuser unter Wasser und beschädigte dabei viele Gegenstände so schwer, dass sie auf einen eigens für Hochwassermüll eingerichteten Schrottplatz in Hellersberg bei Passau gebracht wurden. Auch ein Kaugummi- und ein Spielzeugautomat, die vermutlich in einem Gebäude in oder bei Passau aufgestellt waren, wurden auf der Halde entsorgt. Beide zeigen deutliche Spuren des Hochwasserschlamms.

Datierung

2010er Jahre

Ort

Passau oder Umgebung

Hersteller

unbekannt

Material

Metall, Kunststoff, Papier, Aufkleber, Beton

Maße

ca. 123 x 49 x 28 cm

Copyright

Haus der Bayerischen Geschichte