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Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer, München (1948)

Wie das Sitzungsprotokoll des Senats vermerkt, hält der Senat am 18. März 1948 eine einzige Sitzung in der "Handwerkskammer für Oberbayern, Maximiliansplatz 8" in München ab. Da die Handwerkskammer im Krieg jedoch vollkommen zerstört und der Neubau erst 1956 errichtet wird, kann es sich nicht um die heutige Handwerkskammer (Max-Joseph-Str. 4) handeln. Die Adressangabe Maximiliansplatz 8 lässt vielmehr darauf schließen, dass im Sitzungsprotokoll die Handwerkskammer mit der Industrie- und Handelskammer verwechselt wird.

Diese wird als Haus für Handel und Gewerbe zwischen 1898 und 1901 nach Plänen des Architekten Friedrich von Thiersch gebaut. Der an der Ecke zur Ottostraße gelegene Handelskammersaal reicht vom zweiten in den dritten Stock des Gebäudes und ist in weichem Holz getäfelt. Die von Thiersch ursprünglich geplante Verbindung seines Baus mit dem benachbarten, zur Max-Joseph-Straße hin gelegenen Haus zu einem quadratischen Gebäudeblock, erreicht erst Gabriel von Seidl. Dieser errichtet 1911/12 auf dem Nachbargrundstück ein Wohn- und Geschäftshaus für den Kommerzienrat A. S. Drey, das den gleichen u-förmigen Grundriss wie das Haus für Handel und Gewerbe aufweist. Heute befinden sich beide Gebäude im Besitz der IHK und beherbergen Büroräume.

Horst Karl Marschall, Friedrich von Thiersch. Ein Münchner Architekt des Späthistorismus 1852-1921, München 1982, S. 297 f.

Bilder nur auf CD-ROM Verfügbar

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